
TV Zone # 114 (UK)
von Steven Eramo
übersetzt aus dem Englischen: von M. Köhler
Wir sprechen mit dem Star von "The Crow: Stairway to Heaven",
da er im "Flug" das Fernsehen in UK erreicht.
Früher einmal glaubten die Menschen, dass wenn jemand stirbt, eine Krähe seine oder ihre Seele ins Land der Toten trägt, jedoch ist Eric Draven auf die Erde zurückgekehrt, um nach Gerechtigkeit zu streben, die ihm ewigen Frieden gewährt. Die Alliance Communication TV-Serie "The Crow: Stairway to Heaven" greift die Geschichte von dem 1994 erschienenen Film "The Crow", mit dem verstorbenen Brandon Lee wieder auf. Als Eric, ein brillanter Rockmusiker, und die Frau, die er liebt, Shelly Webster, grausam ermordet werden, wird Erics Geist von "The Crow" in Besitz genommen, eine unaufhaltbare Kraft gegen das Böse.
Der weltbekannte Kampfsportexperte und Schauspieler Mark Dacascos verleiht seiner Darstellung des Rockers der-durch-ein-Verbrechen-zum-Kämpfer-wird einen starken körperlichen Auftritt und eine besondere Sexualität.
"Eric ist ein außerordentlich leidenschaftlicher Mensch und ganz offensichtlich sehr in Shelly verliebt", erklärt Dacascos. "Als er zurück kommt, will er natürlich nur Rache. Als "The Crow" will er nichts mehr als die Straßenräuber heimsuchen und ihnen das zuzuführen, was sie ihm und Shelly angetan haben. Jedoch erkennt Eric im Verlauf der Serie, dass es nicht nur um ihn und Shelly geht. Er erkennt, dass alles und jeder direkt oder indirekt irgendwie zusammenhängt und dass jede seiner Handlungen sich auf andere auswirkt und letztlich auf das ganze Universum."
"Das gute an der Serie ist, dass man sie, wenn man will, nur für die Action oder Musik oder die Spezialeffekte anschauen kann, da das alles in jeder Folge enthalten ist," bemerkt er. "Wenn man tiefer gräbt, wird man sehen, dass die Geschichte auch grundlegende Themen enthält, die unsere philosophischen Werte, verschiedene Religionen und Moralvorstellungen behandelt. Daher spricht die Serie ein breites Band von Zuschauern an, es kommt nur darauf an, was einen interessiert."
Dacascos arbeitete gerade an einem Film als sein Manager und Agent von einem Exklusivproduzenten der Serie, Edward R. Pressman, und seinem Co-Produzenten, Jeff Most, wegen der Rolle des Eric Draven kontaktiert wurde. "Wir haben uns mit ihnen und einigen Führungskräften von Polygram Television (der Vertreiber der Serie in den USA) getroffen. Wir haben das Konzept der Serie diskutiert, wie sie den Charakter entwickeln wollen und zahlreiche andere Punkte in Bezug auf diese Produktion."
Wie er die Rolle bekam
"Es
klang für uns alle toll" fährt der Schauspieler fort. "Sie wollten, dass ich
zu einem Vorsprechtermin noch mal vorbeikommen sollte und das war aufregend. Wir machten
es in Form eines Filmes. Sie stellten extra einen Regisseur ein und brachten auch einen
Maskenbildner, Friseur und Kostümspezialisten mit, um mir das Aussehen von "The
Crow" zu geben. Ich las vier oder fünf Szenen mit einigen verschiedenen
Schauspielern in etlichen Stunden. Es war wie ein ganz normaler Arbeitstag am Set, nur
dass ich keine Action-Szenen machen mußte. Ich denke, sie wußten, dass ich die
körperlichen Anforderungen der Rolle erfüllen konnte, aber sie wollten sichergehen, dass
ich den Text vermitteln kann, etc. Ich machte das alles mit und kurze Zeit später boten
sie mir die Rolle an".
Der Film "The Crow" von 1994 hatte 2 Jahre später eine Fortsetzung in "The Crow: City of Angels", mit Vincent Perez in der Hauptrolle. Dacascos hat ihn nie gesehen, jedoch hat er den original "Crow" Film zweimal gesehen und hat ihn sehr gut gefunden, genauso wie die Arbeit von Brandon Lee.
"Wenn ich in meine Eric Draven Persönlichkeit für einen Moment schlüpfe", kichert er, "weiß ich, dass alles eine Auswirkung auf alles und jeden hat. Es gibt Dinge, die Brandon Lee im Film gemacht hat, die ich glaube, auch in mir stecken und die ich in den Charakter auch eingebracht habe." "Ich sage nicht, Nun, Brandon hat etwas nettes hier gemacht ich will es genauso machen. Ich weiß, das habe ich nie gemacht zumindest glaube ich, dass ich es nie gemacht habe aber ich bin mir sicher, dass seine Auslegung der Rolle mich zu einem gewissen Teil beeinflußt hat.
Grundsätzlich versuche ich mich einer Rolle aus dem Bauch heraus und von meinem Herzen aus zu nähern. Ich frage mich, was ich tun würde und wie ich mich fühlen würde, und versuche die Situation auch für mich realistisch aussehen zu lassen. Wenn ich nur jemanden imitieren würde, würde es falsch herüber kommen und es würde nicht funktionieren. Es muß wirklich aus mir heraus kommen."
In der Pilotfolge der Serie "The Soul Cant Rest" (die Seele findet keinen Frieden Im Deutschen haben die ersten beiden Folgen keinen extra Titel!) kehrt Eric Draven ein Jahr später an den Ort zurück, an dem er und Shelly (Sabine Karsenti) ermordet wurden. Er ist sich nicht sicher, ob er tot oder lebendig ist, Draven versucht Stück für Stück die Ereignisse dieses Abends zusammen zu fügen und entdeckt, dass er und Shelly von Auftragsmördern getötet wurden. Der Polizeiinspektor, der ursprünglich für den Fall zuständig war, Inspektor Daryl Albrecht (Marc Gomes), geht dem Fall immer noch nach und nimmt an, dass Draven seinen Tod vorgetäuscht und Shelly getötet hat. Der einzige, der ihm das Gegenteil beweisen kann ist Dravens übernatürliches 2. Ich "The Crow", der Angst einflößend aussieht aber ein ausgezeichneter Verteidiger des Guten ist.
Intensives Filmen
"Alles
war sehr angespannt, während der Dreharbeiten zum Pilotfilm", erinnert sich
Dacascos. "Auf jedem lastete viel Druck. Etliche Führungskräfte waren während der
ersten Drehtage am Set, und ich versuchte immer noch die Körper von "The Crow"
und "Eric" zu ergründen. Cast und Crew lernten sich auch besser kennen und
versuchten eine Bindung aufzubauen. Zum Glück hat es funktioniert, und ich denke auch
sehr schnell."
"Ich arbeitete gerne mit der Regisseurin Kari Skogland, die die Pilotfolge und unsere 2. Geschichte (Souled Out) gemacht hat. Es ist erschreckend, wenn man nicht nur in einen, sondern gleich in zwei Charaktere schlüpft und versucht, sie zum Leben zu erwecken das soll hier kein Wortspiel sein " witzelt er. "Als Schauspieler hat man die Gelegenheit, zu proben und ein Gefühl für seine Rolle zu bekommen. Bis man wirklich am Set ist, in Kostüm und Make-up und mit den anderen Schauspielern zusammen ist, weißt Du nicht genau, was aus Dir heraus kommt und das ist das Schöne daran, wenn man spontan bleibt, können ganz wunderbare Dinge passieren. Es war erschreckend und auf der anderen Seite wahnsinnig aufregend. Es hat mich auch physisch ermüdet, da ich über die Charaktere nachgedacht habe, wie ich sie spielen soll, wenn ich nicht vor der Kamera als Eric oder "The Crow" war.
Hereingeplatzt .....In "Souled Out" findet Draven den Mann, der ihn und Shelly das Leben gekostet hat, und "The Crow" wird fast zerstört beim Versuch den übermenschlichen Gegner zu besiegen. Sein Sieg entlastet ihn in den Augen von Inspektor Albrecht, jedoch gelingt es ihm nicht, ins Land der Toten zu gelangen und seine so ersehnte Wiedervereinigung mit Shelly zu erlangen. Erics Seele wurde zurückgeschickt, um für die zu kämpfen, die sich selbst nicht verteidigen können. Jedes Unrecht, das er als "The Crow" richtig setzt, bringt ihn näher dazu, die Brücke zwischen Leben und Tod zu überqueren.
"Shelly ist Erics einzige und alleinige Seelenverwandte"
sagt Dacascos. "Er würde alles hergeben für sie. Eric liebt sie ohne
Einschränkungen und man weiß, dass er eines Tages mit ihr zusammen sein wird, das läßt
ihn weitermachen." Dravens ungewöhnliche Gehilfin im Kampf mit den dunklen
Kräften ist ein geschwätziger, mit den Problemen des Alltags erfahrener Teenager mit dem
Namen Sarah Mohr (Katie Stuart). Vor ihrem frühzeitigen Tod waren Draven und Shelly mit
dem jungen Problemkind befreundet. Als "The Crow" hilft Draven Sarahs
Mutter Darla (Lynda Boyd), ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen, damit sie wieder
anfangen kann, ihre Tochter ordentlich aufzuziehen. Es ist dennoch schwer für Darla, die
fest entschlossene Sarah davon abzubringen, ein oder zwei Abenteuer mit Draven zu teilen.
"Sarah ist Erics wahrer Freund. Sie ist sehr selbständig, aber zur gleichen Zeit ist da etwas Unschuldiges an ihr; und ich denke Draven sieht Teile von sich selbst in ihr wieder. Auch wenn etwas bizarres geschieht, sagt sie ok, vielleicht ist da was dran; im Gegensatz zu den Erwachsenen in der Serie, die bereits eine feste vorgefertigte Anschauung haben. Sarah wird das Unerwartete wenigstens bedenken und ihm eine Chance geben, verstehen Sie?"
Deinen Toten herauskehrenDie eine Person, von der Draven nie gedacht hat, er würde auf seine Seite umschwenken, ist Inspektor Albrecht. Obwohl Albrecht in "Souled Out" selbst sieht, wie Draven gegen das Böse kämpft, fällt es ihm dennoch schwer zu glauben, dass sein inoffizieller Partner im Lösen von Verbrechen, ein lebender Toter ist.
Dacascos lobt Marc Gomes, besonders wenn es um die Wirkung geht, die der schöne Schauspieler auf das andere Geschlecht hat.
"Das sind Insider Informationen", flüstert der Schauspieler. "Marc Gomes ist Doktor Love und das Motto des Doktors ist ich habe die richtige Medizin für Dich, Baby. Er wird sauer sein, dass ich Ihnen das gesagt habe, aber die Frauen lieben ihn einfach. Einige fuhren von verschiedenen Städten nach Vancouver (British Columbia, wo die Serie gefilmt wird), um "Hallo" zu sagen. Oh, ja, Marc ist Doktor Love, das kann ich Ihnen sagen", witzelt Dacascos. "Wir necken ihn immer auf dem Set. Wenn Du Dich schlecht fühlst, geh zu Doktor Love, denn er hat die richtige Medizin für Dich, Baby. Marc ist ein netter Kerl, und es macht Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Wir arbeiten viele Stunden, von Episode zu Episode, Regisseur zu Regisseur, Gaststar zu Gaststar. Das ist alles unbarmherzig, aber wir haben beim Filmen auch viel Spaß."
Eine Kampfchance
Draven und Albrecht bekommen gerecht verteilt ihre Schläge und Verletzungen
ab, wenn sie gegen sterbliche und unsterbliche Feinde kämpfen.
Während "The Crow" mit einem dicken Fell ausgestattet ist, wenn es um Verletzungen geht, so ist der Schauspieler, der ihn spielt, immer noch ein Mensch. Zum Glück überstand Dacascos einige der schwierigsten Kampfszenen in der Serie sicher, dank seiner Kampffähigkeit verbunden mit der Führung von Stuntchoreographen James Lew.
"James ist verblüffend", sagt der Schauspieler. "Er betreibt Kampfsport seit Jahren und er hat auch ein Buch über Stretching und Tritte geschrieben. Das wirklich faszinierende an seiner Arbeit ist, dass er immer wieder mit Bewegungsabläufen kommt, die man noch nie zuvor gesehen hat, weil sie für die meisten Leute zu komplex sind. James ermutigt einen mit seiner Einstellung, ich werde es mit Dir zusammen schaffen. Er hat die Idee zu einer schwierigen Kampfszene und ich sage zu mir selbst, Ich weiß nicht, ob ich das machen kann, aber wenn er da ist, sagst Du Ja, laß es uns jedenfalls versuchen."
"Wegen unseres Zeitplans lerne ich die Kämpfe beim Drehen", fügt Dacascos hinzu. "Ich habe viel Glück, dass ich James Lew schon seit Jahren kenne und ihm mein Leben anvertraue. Ich verlasse mich auf ihn, dass der Charakter das richtige Auftreten und Gefühl bekommt, das hilft, der Serie einen gewissen Grad an Realität zu verleihen."
Solche Auftritte wie "The Crow: Stairway to Heaven", verlangen es von Dacascos, in sich selbst zu forschen und Gefühle aufzubieten, um in der Rolle Schmerz und/oder Freude ausdrücken zu können. Dacascos hofft, dass seine Arbeit als Schauspieler ihm weiter solche Herausforderungen bietet.
"Ich hatte nicht immer diesen Luxus, aber ich liebe es, Dinge zu machen, die ein Heimspiel für mich sind. Ich finde es toll, wenn ich ein Skript lese und aus welchen Gründen auch immer, dieses Schmetterlingsgefühl im Bauch aufkommt. Das begeistert mich an meiner Arbeit! Nichts gibt mir ein besseres Gefühl, als wenn ich mit Herz und Seele an einem Projekt arbeiten kann, dass anderen etwas bedeutet, vor allem wenn es sie positiv beeinflußt. Wenn ich das machen kann und dabei noch Geld verdienen kann, um ein gutes Essen zu haben, dann bin ich glücklich", sagt der Schauspieler lachend.