
Vielen Dank an SPLICEDwire,
dass wir das Interview verwenden durften
http://www.splicedwire.com
Splicedwire Interview
von Rob Blackwelder
übersetzt aus dem Englischen: von M. Köhler
Als
Mark Dacascos 4 Jahre alt war, bekam er den Hang zum Kung Fu, weil er seine Tage
in der Kampfkunstschule seiner Eltern verbrachte. Es sollte seine Karriere und eine lebenslange Leidenschaft
werden, aber zu dieser Zeit, hatte das Kind die dazugehörige Disziplin, die mit
der Kunst verbunden ist, noch nicht so richtig gemeistert.
„Ich lief immer rum und habe den Schülern ans Schienbein getreten“, lacht er. „Die Schüler hatten Tritte geübt und sich gegenseitig gekickt. Ich muss mir gedacht haben, ok, das macht man hier“.
Als Teenager ist der gebürtige Hawaiianer mit seiner Familie nach Deutschland gezogen. „Am ersten Tag in der Schule waren in der Klasse 30 oder 40 Kinder, und ich erinnere mich, wie sie mich ansahen - Dacascos verdreht die Augen und hält den Kopf schief – „dann fing ein Kind an, ‚Ah, ein Japaner.’ Sie wussten nicht was ich war. Ich war der einzige Ausländer (in der Schule).“
Mit 19 unterrichtet er Kampfkunst und Aerobic in San Francisco, wo der Regisseur Wayne Wang Dacascos ihm seine erste Filmrolle in „Dim Sum“ gab, nachdem ein Assistent ihn in Chinatown entdeckt hatte. „Meine erste Erfahrung überhaupt auf einem Movie-Set“, lacht der Schauspieler, „war es, mit der schönen und talentierten Joan Chen Zärtlichkeiten auszutauschen. Ich wusste überhaupt nicht, was ich da machte!“
Seine Szenen wurden aus dem Film geschnitten, aber er wurde vom Schauspielfieber gepackt, und nach 18 Jahren hat sich der schlanke, gutaussehende und immer lächelnde Dacascos einen eigenen Namen im Kampfkunstgenre geschaffen, der sich zuweilen auf Dramas ausweitet und sogar die Hauptrolle in der kurzlebigen Fernsehserie nach dem Gothic Komik und Kinofilm „The Crow“ landete.
Momentan kann man ihn im Kino in der ungewöhnlichsten Rolle sehen – mal so gesagt - ein erdverbundener indianischer Kampfkünstler, der dabei hilft, einen dämonischen Riesenwolf im 18. Jahrhundert in Frankreich zu jagen.
„Es ist einfach ein typischer französischer Geschichtsfilm mit Monstern und Kampfkunst“, lacht Dacascos, als er sich in einen Konferenzsessel im San Francisco Ritz Carlton Hotel setzt, um über den Film „Der Pakt der Wölfe“ zu sprechen.
Man sollte ihn nicht so ernst nehmen, denn es ist ein glänzender, Horror, Fantasy Film über einen abgelegenen Ort, der von einem Monster belagert wurde, das nicht so wild und unbezähmbar ist, wie es scheint.
Dacascos spielt Mani, einen ruhigen, tödlichen, noblen Irokesen, der einen Louisianer Händler, Abenteurer, Naturwissenschaftler und gutaussehenden Freigeist (Samuel LeBihan) von der neuen Welt zurück begleitet, um ihm zu helfen, das Monster zu finden und zu vernichten.
Nun, wie kommt ein indianischer Kampfkünstler in einen französischen Geschichtsfilm???
Es ist noch viel verrückter. Christophe (Gans, der Regisseur) kommt aus Südfrankreich und ich aus Hawaii, wie sind wir je zusammengekommen? Nun, ich habe an dem Film „Only the Strong“ mit Samuel Hadida gearbeitet, und Samuel Hadida produzierte den „Pakt der Wölfe“. Doch vorher hat er noch „True Romance“ und „Crying Freeman“, der auf einem japanischen Comic basiert, gemacht.
... und der war Gans’ erster Film.
Genau. Samuel stellte mich Christophe vor, Christophe stellte mich (in Crying Freeman) und auch meine Frau (Schauspielerin Julie Condra) für eine Rolle ein; ich lernte sie im Flugzeug auf dem Weg nach Vancouver (für die Dreharbeiten) kennen.
Für diesen Film erzählten mir Sammy und Christophe die Geschichte, erzählten mir über die Charaktere und ich sagte „Ja“ noch bevor ich das Skript gelesen hatte.
Bei Christophe’s 2. Film haben wir unser Baby gemacht. Und jetzt machen wir nächstes Jahr einen 3. Film mit ihm, und ich bin etwas nervös! Ich weiß nicht, was jetzt passieren wird!
Gans arbeitet an dem Skript und hatte Dich im Kopf.
Soweit ich es verstanden habe, war es so.
Eigentlich
war der Charakter des Indianers noch gar nicht vorhanden, als er das Skript
bekam. 
Er wollte einen Charakter, der eine andere Perspektive zu dem zeigte, was passierte und außerdem einen Charakter, der etwas Christophe’s eigenen, persönlichen Gedanken, Gefühle über Leben, Kultur und so weiter darstellte.
Ich denke, dieser Charakter alleine machte den Film viel besser, weil er so eine interessante Perspektive darstellt – nicht so die Geschichte eines Fremden in einem fremden Land, sondern die ganze Beziehung mit der Natur und dem Tier, das Du jagst. Es machte eine andere Art Film daraus. Ohne ihn wäre es eher eine große weiße Jägergeschichte geworden.
Gut, gut. J Danke. Das war eine der Ideen. Und, er ist so anders, weil er einfach und ehrlich ist. Weißt Du, das macht ihn seltsam.
Hast Du viele kulturelle Nachforschungen angestellt?
Sicherlich. Ich habe mit einer jungen Frau namens Alex Rice zusammengearbeitet. Sie stammt von einem kanadischen Mohawkstamm ab. Ich hatte noch nie jemanden getroffen, der die Mohawk-Sprache sprach – ich dachte an sie wie an Latein – aber sie spricht die Sprache fließend. Sie hat mich einige grundlegende Wörter gelehrt. Sie hat mir den geistigen und philosophischen Glauben erklärt, nur damit ich eine Idee von ihrer Kultur bekam. Sie ist so exotisch, so anders.
Was hat sie zu dem Kampfkunstaspekt gesagt?
Das Interessante ist, dass sie nichts von der Rolle wusste, bis sie den Film gesehen hatte. Ich war etwas nervös. Und da die Wörter, die ich im Film benutzte, auch wirklich Mohawk Wörter waren, wollte ich sicher gehen, dass die Aussprache richtig war. Und dann wollte ich sicher gehen, dass alles andere im Film für sie auch ok war – und schließlich gefiel ihr der Film wirklich.
Ich wette, sie hat einen „Kick“ daraus bekommen.
Kein Wortspiel, richtig. (Lacht laut)
Wenn Du mit einem Kampfchoreographen zusammenarbeitest, ist das ein gemeinsames Unterfangen – plant ihr Kämpfe gemeinsam? Oder wie arbeitet ihr zusammen?
Ein guter Choreograph arbeitet mit dir zusammen, lehrt, leitet – alles. Das wunderbare am „Pakt der Wölfe“ war, dass wir Philip Kwok hatten – er choreographierte John Woo’s Film „Hard Boiled“ und in den 70er Jahren war er ein Kampfkunstschauspieler, Stuntman, Kämpfer, Choreograph in Hongkong. Der Typ ist erstaunlich und mit jetzt 50 Jahren kann er immer noch all die Akrobatik und all die Kampfkunst ausführen. Also auf dem Set zeigte er alles, was wir nicht konnten oder ich nicht wusste, wie ich es machen sollte, und ich musste schwer daran arbeiten, um es genau so gut machen zu können wie Philip. Alles was wir im Film, auf der Leinwand machten, konnte er genauso gut oder besser. Und er ist wahnsinnig kreativ. Er gibt Dir eine Menge, mit dem du arbeiten kannst.
Siehst Du Dich selbst als Kampfkunstschauspieler oder als Schauspieler, der auch Kampfkunst macht?
Ich weiß es nicht. Ich möchte beides.
Nun, würdest Du lieber eine romantische Komödie machen oder....
Wenn ich sie treten darf..... (Lacht noch lauter). Ich mache WitzeJ Ich sehe mich als Kampfsportler und als Schauspieler. Die können zusammenarbeiten oder individuell. Mir gefällt es Aktion zu machen, mir gefällt es, eine gute Rolle zu haben, in der ich schauspielern und kämpfen kann. Das macht mich doppelt glücklich. Ich versuche von Sachen fern zu bleiben, die nur Aktion, Aktion, Aktion sind und die schnell durch die Dialogszenen gehen. Mir gefällt so etwas nicht. Gib mir einen Grund, um zu kämpfen, und ich mache es. Aber es soll nicht nur so nach dem Motto sein“ Du hast meinen Füller berührt, haaaaaaaaaaaaaaaaa!“ ich habe so etwas früher gemacht. Ich bin gewachsen und ich möchte, dass meine Rollen auch wachsen. Andererseits, wenn es eine Rolle gibt, die keine Aktion verlangt, mich aber im Herzen oder vom Gefühl her berührt, möchte ich das auch machen.
Das ist eine Herausforderung, denn ich habe so viel Aktion gemacht, dass, wenn die Regisseure an mich denken, - falls sie an mich denken – geht es gewöhnlich stark in Richtung Aktion oder in beides. Sie denken nicht nur ans Schauspielern, obwohl ich denke, dass ich die Fähigkeit dazu habe. Aber das ist meine Herausforderung. Ich muss es beweisen.