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Premiere Magazin, Frankreich, März 2001
Interview von Gérard Delorme


übersetzt aus dem Französischen: von M. Köhler


mk-mani1.jpg (43786 Byte)Auf Hawaii geboren, in Kalifornien aufgewachsen, in jungen Jahren in Kung Fu unterrichtet –  somit hatte er alles was man braucht um ein Champion zu sein, was er in den frühen 80er Jahren mehrmals war. Er hatte jedoch andere Pläne. Einen glatten und muskulösen Körper, einen tiefgründigen Charme und eine ausgeglichene Persönlichkeit, ließen ihn zum Film gehen.

Nach seinem Debüt in dem Film DIM SUM von Wayne Wang, in dem seine Rolle in der Endfassung herausgeschnitten wurden, bekam er eine Vielzahl von Rollen in Kung Fu-Filmen. Das änderte sich jedoch nachdem Christophe Gans ihn für die Rolle des gefühlvollen Mörders in "Crying Freeman" auswählte, in dem er seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte.

Der Erfolg war begrenzt, da das Thema des Films relativ geheimnisvoll war und somit der Film nur in Japan und Europa auf den Markt kam, jedoch nicht in den USA.

Inzwischen spielt Dacascos relativ erfolgreich in Actionfilmen. Unter anderem spielte er die Hauptrolle in der Fernsehserie "The Crow".

In "Pacte des Loups" mimt er einen Indianer – der im Gegensatz zu dem im Wandel befindlichen Europa – über einen Instinkt und eine universelle Intelligenz verfügt. Eine Roll, die seiner eigenen Persönlichkeit sehr nahe kommt.

Frage: Was sind Ihre Gemeinsamkeiten mit Ihrer Rolle?

 

MD: Mani ist die Persönlichkeit, die ich selbst eines Tages sein möchte. Ich habe mit ihm die Liebe zur Natur und zu Tieren gemeinsam, selbst wenn er sie besser versteht als ich. Wir sprechen davon, dass er über eine besonders sensibilisierte Wahrnehmung verfügt, Mani dagegen spricht nicht darüber, er lebt es. Seine Hypersensibilisierung ermöglicht es ihm von einer Dimension zur nächsten zu wechseln, oder mit seinen Vorfahren, den Bäumen oder Tieren zu sprechen. Ich denke, dass jeder diese Fähigkeit besitzt, nur wir haben sie verlernt.

Überlegen Sie mal, wie viel Zeit wir pro Tag Barfuss laufen. Ich habe kaum direkten Kontakt zur Erde, außer wenn ich auf Hawaii bin. Wenn ich Kontakt zu Wasser habe, bin ich mit der Natur wiedervereint. Zu Hause (in Los Angeles) surfe ich.

 

Frage: Was haben Sie für den Film gelernt?

 

MD:

Reiten. Mario Lurachi und sein Team haben mir gezeigt, wie man mit Pferden wirklich umgeht. Jedenfalls möchte ich jetzt ein Pferd und das ist ganz gut. Meine Frau kommt aus Texas und ist mit Pferden aufgewachsen. Ansonsten habe ich die Sprache der Mohikaner von einem kanadischen Sprachenlehrer, dessen Großmutter diese Sprache heute noch spricht, gelernt. Und zuletzt habe ich vorher noch nie einen Tomahawk benutzt, aber er hat Ähnlichkeiten mit einigen chinesischen Waffen. Mit etwas Geschick und Waffenerfahrung kann man das leicht lernen.

 

Frage: Wie haben Sie es geschafft, bei diesen Wintertemperaturen diese leichten Kleider zu tragen?

 

MD: Ich würde das nicht zum Spaß machen! Aber es ist interessant, da das Kostüm es einem ermöglicht die Rolle zu finden. Mani ist Kanadier, ich komme aus Hawaii, das sind zwei absolut unterschiedliche Orte, jeweils genau das Gegenteil des anderen. Also kann ich für die Rolle nicht als Mark denken. Wenn ich verstehe warum Mani bei diesem Wetter so gekleidet ist, kann das das Publikum auch. Andererseits ist Kampfsport ein gutes mentales und physisches Training. Zu Beginn der Dreharbeiten habe ich es mir auferlegt im Kalten zu bleiben und dennoch ausgeglichen zu bleiben, um eins zu werden mit meiner Rolle. Es ist nicht nur eine Sache von Disziplin, es hat auch etwas mit dem Verständnis für die Natur zu tun. Es ist wichtig seine Fähigkeiten zu kenne und in der Lage zu sein zu sagen: "Ich bin hungrig, aber ich werde nichts essen." Das entwickelt das Bewusstsein und den Respekt. Wir testen wie zerbrechlich der Körper ist, Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen. Wir können nicht verstehen wie Menschen in Somalia verhungern, wenn wir gar nicht wissen was Hunger ist.

 

Frage: Wenn man sieht, wie Sie mit dem Kampfchoreographen Philip Kwok arbeiten, glaubt man Sie könnten sich verständigen, egal ob Franzose, Chinese oder Amerikaner.

 

MD:

Man sagt, dass Taten mehr aussagen als Worte und hier trifft das 100%ig zu.

Wenn wir eine Bewegung nicht machen konnten hat Philip das getan. Statt es zu erklären hat er es vorgemacht. Es war reine Körpersprache, es war herrlich. Ich war wirklich von der Anpassungsfähigkeit der Franzosen beeindruckt. Sie waren alle begabt, bescheiden und begeistert etwas zu lernen, was eine geschlossene Gruppe geschaffen hat. Wenn man über Monate in Kellern oder im Freien bei schlechtem Wetter arbeitet, kann es schon passieren, dass jemand gereizt wird. Sie sind immer gleich geblieben. Ich schreibe das Philip Kwok zu. Er hat sie ausgewählt, er wusste genau was er wollte und er hat es bekommen.

 

Frage: Was halten Sie von den französischen Arbeitsbedingungen?

 

MD:

Ich liebe die Lebenseinstellung. Wenn sie sich hinsetzen, um eine Tasse Kaffee zu trinken oder etwas zu essen, reden sie miteinander, sie genießen den Moment. Es ist wirklich gesünder als in den USA, wo die Diätfanatiker das Sagen haben. Wenn ich auf einer Straße in Frankreich spazieren gehe, sehe ich keine Werbung für Fitnessstudios aber die Leute sind trotzdem schlank, lächeln und sind glücklich in ihren Kaffees. Ich liebe das …. vor allem den Moment wenn dieses Lebensgefühl das Set erreicht. Das ist der Grund, weswegen ich noch immer hier bin (die Dreharbeiten dauerten 2 Monate länger als geplant).

Es war sehr schwer für mich von meiner Frau, meinen Freunden und meinen Hunden getrennt zu sein, und nicht surfen zu können, was für mich eine Art Meditation ist. An den Tagen, an denen ich trübsinnig war, ging ich die Pferde streicheln. Aber die sind sehr professionell, sie mögen es nicht, wenn man zu sentimental mit ihnen umgeht.

 

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