Official Karate, 1994
"Only the Strong" - Ein Exklusiv-Interview mit Mark Dacascos
Interview von Hal Peat
übersetzt aus dem Englischen: von M. Köhler
Der
Sohn der legendären Kampfsportler Al und Malia Dacascos könnte der beste Kampfsportler
seit Bruce Lee sein!!!!!
Während manche Leute einfach zur rechten Zeit am rechten Platz sind, so hat der Kampfsportchampion und Action-shooting-Star Mark Dacascos es geschafft, an etlichen Orten zu solchen Zeiten zu sein.
In der Tat hat er in drei verschiedenen Ländern verschiedene Kampfsportarten erlernt, bevor er zum Showbusiness kam. Marks Vater ist der bekannte Kampfsportler Al Dacascos, Gründer des Wun Hop Kuen Do Systems und ein Mitglied des "Black Belt Hall of Fame"; seine Mutter, Malia Bernal, ist eine erstklassige Kampfsportkämpferin und lehrerin. Während seiner aktiven Kampfsportzeit in Europa gewann Mark eine ganze Reihe von internationalen Titeln, inkl. Europäischer Leichtgewichts Champion in Kung Fu, und italienischer Leichtgewichts Champion von 1980 bis 1982. In dem er den Weg zur Schauspielerei eingeschlagen hat, mußte er seine Kampfsportfähigkeiten voll ausschöpfen und sie weiter ausbauen.
Nachdem er in einigen Low-Budget Filmen ("Angel Town", "American Samurai") mitgespielt hat, hat Dacascos eine komplexe und physisch anstrengende Rolle in "Only the Strong" 1993 erhalten, die ihm abverlangte, die brasilianische Kampfsportrichtung "Capoeira" zu erlernen. Vor kurzem nahm er sich frei, um seine Erfahrungen und seine Zukunftspläne zu diskutieren.
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OK (Official Karate): |
Deinen Kampfsporthintergrund hast du an etlichen verschiedenen Orten auf der Welt erlernt. Kannst Du das irgendwie chronologisch zusammenfassen? |
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MD: |
Das wird verwirrend, aber ich würde es Dir eh erzählen. Ich habe bei meinen Großeltern auf Hawaii gelebt, bis ich ca. 6 Jahre alt war. Dann bin ich nach Kalifornien gezogen, wo meine Mutter und mein Vater lebten, dann zogen wir nach Colorado, bis ich ca. 10 war. |
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OK: |
In der Zwischenzeit hast du bereits mit dem ersten Training und Kämpfen im Kampfsport begonnen? |
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MD: |
Ja. Als ich 7 war hatte ich meinen ersten Kampf und belegte den 1. Platz. Von 7 bis 11 habe ich an Mini-Pee-Wee Kämpfen und Pee-Wee Kämpfen teilgenommen. Als ich 11 war sind wir nach Hamburg, Deutschland gezogen, wo meine Mutter und mein Vater einige Schulen eröffnet haben. Ich habe weiter trainiert und in den verschiedenen Ländern an den Wochenenden an Kämpfen oder Shows teilgenommen. |
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OK: |
Hattest Du an Deiner asiatischen Abstammung Interesse und hast Du das in deiner Teenager Zeit aus erster Hand ausprobiert? |
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MD: |
Mit 17 bin ich für 6 Monate nach Taiwan gezogen. Ich wollte eigentlich länger bleiben, aber aus familiären Gründen bin ich nach Europa zurückgekehrt. Während ich in Taiwan war, habe ich Mandarin, Chinesischen Kampfsport und Akrobatik gelernt. Ich ging nach Deutschland zurück und blieb dort weitere 6 Monate. Mit 18 ging ich zurück nach Hawaii und habe dort weitere 8 Monate gelebt. Dort habe ich keinen Kampfsport gemacht, alles was ich tat, war Gymnastik und zu versuchen herauszufinden, was ich mit meinem Leben machen will. |
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OK: |
Was brachte Dich nach Kalifornien? |
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MD: |
Meine Mutter hat dort eine Aerobic-Verteidigungs-Schule; sie war ein ziemlicher Pionier. Heute ist es in, sie hat das schon vor 10 oder 12 Jahren gemacht. Für mich ist es etwas Altes, da meine Mutter und mein Vater immer schon zum Aufwärmen Kampfsport und Musik kombiniert haben. So oder so, sie hat einige Schulen aufgemacht, eine in San Francisco und eine in Los Angeles, da habe ich Ihr beim Umzug von Hawaii nach LA geholfen. Ich habe das in der Zeit gemacht, während ich aufs Valley College ging und im Gymnastik Team für ein Jahr an Wettkämpfen teilnahm. |
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OK: |
Hast Du gleichzeitig im Kampfsport gekämpft und in Gymnastik trainiert und an Wettkämpfen teilgenommen? |
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MD: |
Nein. Ich habe aufgehört zu kämpfen als ich 18 war. Ab und zu habe ich eine Laune, in der ich an einer Kampfsportveranstaltung teilnehme, nur so zum Spaß, aber ich trainiere nicht mehr für einen Kampfwettbewerb. Wenn ich trainiere, dann nur zur Selbstverteidigung und um zu trainieren, nicht für Kämpfe. |
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OK: |
Brachte Dir Dein Kampfsporttraining Vorteile, um in der Gymnastik schneller Fortschritte zu machen? |
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MD: |
Ich bin zu der Schule hingegangen als ich ca. 19 war, ohne formales Training in Gymnastik nur mit meinen Kung Fu Kenntnissen und redete mit dem Trainer und zeigte ihm, was ich konnte, was nur die einfachsten Dinge waren "Rollen, Handstand rückwärts und Salto rückwärts", dennoch nahm er mich in sein Team auf und innerhalb von 2 oder 3 Monaten ließ man mich "doppelte Salti" und andere verrückte Dinge machen. Für mich war es toll, da ich vorher noch nie so intensiv trainiert hatte, wir haben viel gelernt und hatten eine tolle Zeit und gute Trainings. Mein Team hat es in dem Jahr zur Silbermedaille in der Jugendmeisterschaft gebracht. |
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OK: |
Du hast im Kampfsport mit dem System Deines Vaters, Wun Hop Kuen Do, begonnen und dann andere Stilrichtungen gelernt. Was war für Dich bei jedem am wichtigsten? |
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MD: |
Das gefällt mir an Wun Hop Kuen Do, dass er immer in Bewegung ist und sich ändert. Mir gefällt auch der Black Tiger Northern Shaolin Stil, den ich in meiner Zeit in Taiwan gelernt habe, da er schön anzusehen ist die Bewegungen sind so lebendig und sauber, und sie haben diesen Schwung, der wie ein Körperschlag ist. Wenn die Bewegung richtig ausgeführt wird, kann sie auch zur Selbstverteidigung benutzt werden. |
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OK: |
Was war Deine Routine um Dich physisch auf Deine jüngsten Actionrollen wie Double Dragon und Only the Strong vorzubereiten? |
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MD: |
Für Only the Strong habe ich 3 oder 4 Monate vor den Dreharbeiten angefangen zu trainieren. Unglücklicherweise ging es bei Double Dragon zu schnell. Ich habe 2 Wochen vor Beginn der Dreharbeiten vorgesprochen und dann habe ich schon gedreht. So hatte ich nicht viel Vorbereitungszeit, außer dieser 2 Wochen, in denen ich mich geistig darauf vorbereitete, falls ich die Rolle bekommen sollte. Ich nahm 10 Pfund ab, nur um so auszusehen, wie die Rolle es verlangte, da ich einen 19 jährigen im Jahre 2007 spielte, als es schwer war, an Essen heranzukommen und man hauptsächlich ums Überleben kämpft, daher wolle ich ein wirklich schlankes, fast schon hageres Aussehen erreichen. |
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OK: |
Für Only the Strong mußtest Du genau das Gegenteil erreichen stark und reif und dazu noch für die Geschichte eine komplett neue Kampfsportart lernen. |
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MD: |
Der Regisseur wolle eine Menge Dinge. Ich spiele einen ehemaligen Soldaten der Spezialstreitkräfte und er wollte, dass ich wie einer der Leute vom Militär aussehe, und daher stemmte ich Gewichte. Gewichtheben ist mir wirklich egal, dennoch hatte ich einen Gewichtstrainer. Ich hebe immer noch Gewichte, dennoch bevorzuge ich idealerweise ein Aerobic oder Anaerobic Training. |
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OK: |
War es für Dich eine Herausforderung und etwas komplett Neues Capoeira für "Only the Strong" als Actionrolle zu lernen? |
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MD: |
Capoeira ist ein toller Kampfsport und seine Selbstverteidigungsfähigkeiten sind sehr unterschätzt. Da es schön anzuschauen ist, denken die meisten Leute, es kann nicht tödlich sein; und dann ist mein Lehrer, Amen Santo, der auch in dem Film meinen Lehrer spielt, ungefähr genau so groß wie ich und wiegt dennoch ca. 40 Pfund mehr als ich, springt aber wahrscheinlich höher und schneller als ich. Er macht das mit Leichtigkeit, er ist so gut. Ja, es mag schwerer zu lernen sein, aber es ist jedenfalls praktisch und es funktioniert auch auf der Straße. Ich sah mir das an und dachte, wie kämpfst du gegen jemanden, der nicht nur gut in Sprüngen, hoch und runter, hinter Dich oder gegen Dich, bzw. von Dir weg, ist, sondern sich auch den Boden zu nutze macht. Ich meine, es ist großartig und das beste ist, dass Gymnastik, Kampfsport, Tanz und Musik enthalten ist, es enthält somit viele verschiedene Elemente. Man findet meist ein oder zwei Elemente oder vielleicht alle interessant, es gibt also viele Dinge, die diese Kampfkunst interessant machen. |
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OK: |
Nachdem Du in 3 verschiedenen Kontinenten Kampfsport trainiert hast, was fehlt Deiner Meinung nach in der westlichen Interpretation oder Einstellung zum Kampfsport? |
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MD: |
Ich glaube, der wichtigste Punkt in Bezug auf Kampfsport ist, dass wir in den westlichen Ländern verlernt oder vergessen haben, dass er zur Selbstverteidigung gedacht war, nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist und die Seele. Wenn man von Selbstverteidigung spricht, meint man den Geist zu festigen und zu schärfen, die Seele glücklich zu halten und natürlich den Körper zu festigen. Die Leute glauben es bedeutet nur, sich zu schlagen und das ist nicht richtig gleichmäßig aufgeteilt zwischen Körper, Geist und Seele, so sollte es sein. Ich hoffe, dass die Lehrer diesen Punkt stärker betonen. |
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OK: |
Was Du sagst, spiegelt sich auch in dem Unterschied zwischen westlichen und asiatischen Kampfsportfilmen wieder, richtig? |
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MD: |
In USA kann ich nicht vertragen, wie Kampfsportfilme geschnitten sind, denn man sieht die Person, wie sie anfängt Kontrakt zu machen, und dann kommt ein Schnitt und man sieht den Schlag auf den Gegner, anstelle die ganze Bewegung zu zeigen. So sieht man nicht die ganze Kunst, man sieht nur das Ergebnis. ich schaue immer gerne alte Bruce Lee Filme an, wenn man die Kampfszenen von ihm mit Kampfszenen von heute vergleicht, bei Bruce Lee weiß man, er hat sie selbst gemacht und man sieht, wie er es macht. Ich denke, er war eine perfekte Mischung aus Ost und West, denn er hatte die asiatischen Fähigkeiten, die aus asiatischen Ländern kommen und den Realismus und die Sachlichkeit, die westliche Länder mögen, er war die perfekte Mischung. Ich denke "Jackie Chan" ist ausgezeichnet und mir gefällt seine Arbeit, aber aus welchen Gründen auch immer, hat er nicht das Massenpublikum in den USA begeistert. Ich denke es liegt daran, dass er lustig ist er ist wirklich lustig und begabt, aber es mag zu bunt für den amerikanischen Geschmack sein. Persönlich, finde ich ihn toll. |
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OK: |
Wie würdest Du die Rolle, die Kampfsport heute in deinem privaten Leben spielt beschreiben? |
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MD: |
Ich denke für mich ist Kampfsport immer gegenwärtig. Es ist ein Teil meines Lebens, wie Schlafen, Esser oder ins Bad gehen. Es ist etwas, dass jeden Tag da sein sollte, und für meine Mutter und meinen Vater war es immer eine Lebensart. Egal ob ich Kampfsport mache oder Gymnastik oder Tanz, ich werde immer etwas tun, und ich liebe die Vielfalt dessen Ich surfe gerne, fahre Ski, laufe und mache Kampfsport ich möchte auf diese Weise nie gelangweilt werden, ich möchte immer etwas finden, das ich verbessern kann eine Begabung. |
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OK. |
Was möchten sie persönlich in der Zukunft im Kampfsport vollenden? |
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MD: |
Vieles. Wenn ich mehr Zeit habe, möchte ich mehr Capoeira lernen. Ich habe den Kung Fu Stil meines Vaters gelernt und ich muß immer noch viel von ihm lernen und von meiner Mutter. Ich habe etwas Black Tiger gelernt, ich habe da gerade an der Oberfläche gekratzt, es gibt im Chinesischen Kung Fu mehr als 300 Stile. Ich habe vielleicht ein oder zwei ausprobiert und das ist es nur vom Chinesischen, dann gibt es da noch Koreanische und Japanische Richtungen: es gibt verschiedene Künste auf der ganzen Welt. Ich glaube, wenn ich 1000 Jahre leben würde, könnte ich immer noch nicht alles lernen, daher werde ich mein ganzes Leben lang lernen und dennoch werde ich nie gut genug sein. |