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Martial Arts Talk, Mark V. Wiley:  Interview mit Mark Dacascos
(ca. 1998)

Buch ist 2000 in Englisch erschienen (ISBN: 0-8048-3182-3)

Übersetzt aus dem Englischen von M. Köhler


Eine Karriere in Kampfkunstfilmen und Fernsehen.

Mark Dacascos wurde auf Hawaii als Sohn des international anerkannten Kampfkunstmeisters und Gründers von Wun Hop Kuen Do, Al Dacascos, geboren und wurde zu einem der aufregendsten jungen Hauptdarsteller Hollywoods und einem der herausragendsten Kampfsportstars.

Er hat in vielen Filmen mitgespielt, u.a. "General Hospital" und "Tales from the Crypt" und wurde auf der Straße von San Francisco von dem Regisseur Wayne Wang entdeckt, der ihm eine Rolle zusammen mit Joan Chen in dem Film "Dim Sum" gab. Seither hat Mark mit Schauspielern wie Edward James Olmos und Maria Conclito Alanzo in einem Dutzend von Filmen gespielt. Zur Zeit spielt er in der populären Action Serie "The Crow Stairway to Heaven".

*

bild1.jpg (21591 Byte)Mark, Du hast eine erfolgreiche Karriere in beidem als Kampfkünstler in Wettkämpfen und als Schauspieler. Wann hast Du angefangen Kampfkunst zu lernen?

Mein Vater erzählt mir, dass ich mit 4 Jahren angefangen habe, Leute während seiner Unterrichtsstunden ans Schienbein zu treten.

War Dein erster Lehrer Dein Vater, oder hast Du auch von Deiner Mutter gelernt?

Hauptsächlich mein Vater. In meinen frühen Teenagerjahren hat meine Mutter angefangen, mir viel beizubringen. Meine Mutter war auch eine Schülerin meines Vaters. Eigentlich habe ich 2 Mütter, meine leibliche Mutter, Moriko, die auch eine Kampfkünstlerin war und dann Malia, die mich aufgezogen hat.

Der Stil, den Dein Vater unterrichtet und den Du praktizierst, ist Wun Hop Kuen Do. Ist das der gleiche Stil wie Kajukenbo oder ein abgeleiteter Stil?

Es ist nicht das gleiche wie Kajukenbo. Es ist eine Ableitung, aber es ist in sich selbst geschlossen. Es hat mehr chinesischen und philippinischen Einfluss als Kajukenbo.

Wer waren die hauptsächlichen Lehrer Deines Vaters?

Da war natürlich einmal der Gründer von Kajukenbo, Professor Adrian Emperado, wie auch Professor Cid Asuncion. Mein Vater hat auch mit Sifu Bok Sam Kong, Paul Eng und Wong Jak Man geübt.

Er hat eigentlich bis heute nicht aufgehört von anderen Lehrern zu lernen. Die ganze Zeit, in der er Kampfkunst unterrichtet hat, hat er bei jemandem selbst gelernt. Er hat Escrima die letzten paar Jahrzehnte mit verschiedenen Lehrern gelernt. Er hat immer gelernt. In der Tat hat mein Vater mir beigebracht, dass ein Lehrer nie aufhören solle selbst ein Schüler zu sein.

Wie war das Trainieren in so jungen Jahren mit so einem ernsthaften Kampfkünstler als Lehrer und Elternteil?

Es war strikt. Es war hart. Es hat Spaß gemacht. Alles zusammen. Und obwohl mein Vater und meine Mutter den gleichen Stil unterrichtet haben, haben sie ihn unterschiedlich gelehrt. Bei meinem Vater kamen wir in die Stunde, begrüßten uns und Bam! fingen an zu kämpfen. Sofort! Kein Aufwärmen. Es machte schon Sinn, aber es war hart. Ich sagte, ‚Papa, weißt Du, ich verstehe das nicht. Wir werden uns die Muskeln zerren, wenn wir uns nicht aufwärmen. Also warum?’ Und er würde antworten: ‚Nun, hast Du Zeit, Dich auf der Straße aufzuwärmen?’ Ich habe ihm diese Frage nie wieder gestellt. Andererseits, in der Klasse meiner Mutter gingen wir in die Stunde, begrüßten uns und liefen, wir begannen sofort 15 Minuten zu laufen. Dann würden wir 15 Minuten Horse Stances machen, 15 Minuten andere Übungen und dann würden wir in Technik wie Sidekicks auf ein "Luftschild" gedrillt. Ihr Unterrichtsprogramm war sehr einfach, sehr hart und sehr praktisch. Es ist unnötig zu erwähnen, dass wir eine unglaubliche Kondition hatten, wenn Wettkämpfe anstanden. Und wir gewannen bei den Sidekicks oder was wir auch immer zu der Zeit geübt hatten. Sie unterrichtete auch eine Klasse am Freitag Abend um 6 oder 7 Uhr. Und nach der Stunde hattest Du das Wochenende nötig, um Dich zu erholen.

Aber mein bester Freund, Emmanual Bettencourt, und ich trainierten gerne 6 bis 7 Tage die Woche. Wir trainierten alleine samstags und manchmal auch sonntags. Wir trainierten und kämpften. Weißt Du, er kommt aus West Afrika und ich komme aus Hawaii. Dennoch war unsere gemeinsame Sprache damals Deutsch. So konnte man dieses afrikanische Kind mit diesem hawaiianischen Jungen sehen, wie sie Deutsch in Deutschland sprachen. Wir waren Freunde und unsere einzige kleine Zuflucht war die Kung Fu Schule.

Er arbeitete bereits für Lufthansa Airlines, und ich war noch in der Schule. Sobald wir mit unseren täglichen Aufgaben fertig waren, gingen wir zur Kung Fu Schule. In der Schule gab es eine Sauna, einen Pool-Tisch, Ping-Pong, Tisch-Fußball, einen Boxraum und den Kung Fu Raum. Daher gingen wir dorthin und verbrachten unsren ganzen Abend dort mit Trainieren, Spielen und schlugen die Zeit tot. Das war unser ganzes Leben. 6 Stunden pro Tag in dieser Kung Fu Schule und das jeden Tag 7 oder 8 Jahre lang.

Was hat Dich nach Deutschland gebracht?

Meine Mutter und mein Vater haben mit Bill Wallace, Linda Lee und anderen bekannten amerikanischen Kampfkünstlern eine Welt-Kampfkunsttour gemacht. Und während wir in Berlin vorführten, bot ein Deutscher Geschäftsmann meinem Vater an, ob er nicht der erste Kung Fu Lehrer, der in Deutschland kommerziell unterrichtet, sein möchte. Er nahm an und sie eröffneten eine Schule. Die Sache ist die, dass Kampfkunstschulen in Europa beeindruckend sind, da sie normalerweise eine komplette Bar, Sauna und Gewichtsraum haben. Ich war dort von 10 bis 18 Jahren.

Ich kann nur annehmen, dass Du während Du in Deutschland warst, dort zur Schule gegangen bist. Sprachst Du Deutsch bevor Du umgezogen bist?

Oh, nein. Ich sprach pigeon Englisch, bevor ich dorthin gegangen bin. Ich habe Deutsch in der Schule gelernt. Ich bin in eine Deutsche Schule, eine Volksschule, für 1 ½ Jahre gegangen. Ich war in verschiedenen Klassen und auch in Klassen für Ausländer. Das sind Klassen, in denen Ausländer wirklich an ihrem Deutsch arbeiten. Danach kam ich aufs Gymnasium, was so was ähnliches wie eine Vorstufe zur Universität ist. Ich ging ca. 1 ½ Jahre aufs Gymnasium. Mit ca. 17 ging ich nach Taipeh, Taiwan. Dort trainierte ich mit einem Northern Shaolin Lehrer mit dem Namen Muo Hui Shen. Ich blieb dort 6 Monate.

Wie war es mit Muo Sifu zu trainieren? Ich habe auch in Asien gelebt und trainiert und weiß, dass es für Fremde sehr schwer ist, von chinesischen Meistern etwas wertvolles zu lernen. Ich meine, man bekommt die Erlaubnis an den Stunden teilzunehmen, besonders wenn die Stunden im Freien abgehalten werden, aber meistens bekommt man kein ernsthaftes Training.

Wir trainierten Montag bis Freitag im Park und Samstag in der Schule. Wir übten Shuai Chiao am Samstag in der Schule, da die Meister in der Schule waren. Der Unterricht ging von 7 Uhr bis ca. 11 Uhr und da ich ein Ausländer war und neu in der Schule, so verbrachte ich die ersten 2 Wochen die gesamten Stunden in "Horse Stance"

4 Stunden in "Horse Stance", das spricht von Disziplin.

Alles was ich tat war "Horse Stance", während ich den anderen beim Üben zusah. Aber Muo Sifu sagte mir später, er wollte herausfinden, ob ich stark genug war, mit seiner Klasse zu trainieren. Es hat mir Spaß gemacht, ich meine, später.

Aber zu der Zeit war ich 17 Jahr alt und den ganzen Tag nur "Horse Stance" zu machen, langweilte mich. Aber dann arbeitete diese Sturheit in mir, in der ich zu mir sagte: ‚Ich zeige diesem Mann, aus welchen Holz ich geschnitzt bin. Ich kann das machen!’

Selbstverständlich machte ich nicht 4 Stunden "Horse Stance". Ich machte es für einige Minuten und stand auf, um dann wieder zurück in den Stand zu gehen. Das ging so für 4 Stunden, und das war akzeptabel, solange ich länger unten blieb als aufrecht.

So nach 6 Monaten hard-core Training bist Du nach Deutschland zurückgegangen oder nach Hawaii?

Ich ging nach Deutschland zurück, um meinem Vater beim Unterrichten zu helfen. Einige Monate später ging ich nach Hawaii zurück.

Warst Du zu dieser Zeit ein aktiver Kämpfer in Wettkämpfen?

Ja, aber ich nahm zum ersten Mal an einem Wettkampf mit ca. 7 Jahren teil. Ich kämpfte. Dann gewann ich mit 9 die Long Beach Internationals in der Peewee Division. Danach kämpfte ich fast jedes Wochenende bis ich 18 Jahre alt war. Ich kämpfte und nahm an Wettbewerben in der Form in ganz Europa teil. Ich gab den Wettkampf auf als ich 18 war.

Du hast aufgehört zu kämpfen und hast einige Jahre später wieder gekämpft?

Ja. Aber interessant ist, ich habe nie mehr den ersten Platz belegt, nachdem ich den Ring mit 18 verlassen habe. Ich denke, ich habe bei den letzten 4 Wettkämpfen nie mehr den ersten Platz belegt, da ich meiner Meinung nach dafür nicht hart genug trainiert habe, um es zu verdienen. So, wurde ich 2. Es ist so witzig.

Ich hatte diesen Wettkampf in Deutschland und hatte dafür Jahre nicht trainiert. Aber da ich viel trainiert hatte, als ich jung war, konnte ich jetzt davon profitieren. Ich kam ins Finale, bei dem es 2 "sudden death" gab. Ganz zum Schluß sagte ich zu mir – während ich kämpfte – dass ich Jetlag hätte, ich würde das Gesicht nicht verlieren und ich war ok, und da der Zwang, den ersten Platz zu belegen, weg war, da ich nicht der Meinung war, ich habe es verdient .... Noch bevor ich den Satz in meinem Gedanken zu Ende hatte, boom! wurde ich getroffen.

Nun, das ist gut. Du scheinst einen sehr realistischen Blick für das Leben zu haben und ein sehr ausgeprägtes Gefühl für Dich selbst. Paradoxerweise ist das selten in diesem Bereich.

Danke. Das ist das Gute daran, ein Schüler zu sein. Es gibt immer jemanden, der besser ist. Aber wenn Du Dir Deinen Lehrer ansiehst und er ist älter und bescheidener, siehst Du, dass es keinen Grund gibt, eingebildet zu sein.

Mit 18 Jahren hast Du Dich aus den Wettkämpfen zurückgezogen und bist nach Hawaii zurückgekehrt. Hattest Du eine Vorstellung von Deiner zukünftigen Richtung im Kampfsport?

Nein. Ich ging nach Hawaii zurück und versuchte herauszufinden, was ich machen wollte. Ich wusste, ich wollte wieder auf die Schule gehen, aber ich hatte überhaupt kein Geld. Meine Mutter und mein Vater lebten zu dieser Zeit getrennt, und mein Vater war immer noch in Deutschland. Ich lebte fern ab in Kaliki Valley. Ich musste um 4 Uhr in der Früh aufstehen, um den Bus nach Honolulu zu nehmen, so dass ich einen Job als Bedienungshilfe annehmen konnte. Nach der Arbeit ging ich in den Park und übte Gymnastik und Kampfkunst. Ich versuchte herauszufinden, was ich machen wollte. Ich hatte mehr als ein Jahrzehnt nicht auf Hawaii gelebt, und es war so gut wieder bei meiner Familie zu sein und im Wasser zu spielen. Aber ich wusste, ich sollte besser etwas ernsthaftes mit meinem Leben anfangen. So blieb ich 8 Monate als Bedienungshilfe in 2 verschiedenen Restaurants und sammelte mich.

Ich habe gehört, dass Deine Mutter, Malia, eine der Urheber der Aerobic Kampfkunst Mode war, und dass Du etwa zur selben Zeit angefangen hast, Aerobic Kampfkunst für sie zu unterrichten.

Ja, ich bin damals nach San Francisco gezogen, wo ich angefangen habe Aerobic Selbstverteidigung zu unterrichten, was ich von meiner Mutter, Malia, gelernt habe. Das war Anfang der 80er. Während ich in San Francisco war trainierte ich ab und zu in Anthony Chan’s Wushu Schule. Dazu nahm ich nur ein halbes duzend Klassen. Es hat Spaß gemacht und war ein guter Kontrast zu dem eher traditionellen Northern Shaolin, das ich in Taipeh gelernt habe und auch zur Kunst meines Vaters.

Wir haben dort ca. 3 oder 4 Monate unterrichtet, dann eröffnete meine Mutter ihre Schule in Los Angeles. Aber da wir etwas zu früh nach Los Angeles gegangen sind, die Schule war noch nicht richtig eröffnet, nahm ich eine Stelle als Rausschmeißer an. Ich war der schlankste und kleinste Rausschmeißer, den Du je gesehen hast. Das war in Hollywood and Vine in einem Lokal mit dem Namen "The Palace". Dann eröffnete die Schule meiner Mutter, und ich begann dort zu unterrichten. Meine Mutter war wahnsinnig innovativ. Sie unterrichtete Kampfkunsttechniken zu Musik. Mein Vater hatte auch vor einigen Jahrzehnten Techniken zu Musik unterrichtet. Er spielte Schlagzeug oder Kassetten von Earth, Wind and Fire in seinen Klassen.

Deine Schauspielkarriere scheint gut zu laufen. Hat das mit deiner Rolle als "Conan der Barbar" im Universal Studio Themenpark angefangen?

conan.jpg (42381 Byte)Eigentlich nicht. Bevor ich Conan spielte, hatte ich mit Joan Chen in einem chinesischen Film mit dem Namen "Dim Sum" gespielt. Es war ein Film über 5 Frauen, bei dem Wayne Wang Regie geführt hatte, aber er wurde in einen Film über 3 Frauen abgeändert. Leider haben meine Szenen den letzten Cut nicht überstanden. Ich habe auch in etlichen Theaterproduktionen wie "West Side Story" mitgespielt und bin in einigen Fernsehserien aufgetreten, wie "Tales from the Crypt", "General Hospital" und "Flash". Ich habe "Conan der Barbar" 5 Jahre von 1986 bis 1991 gespielt. ich habe einige Monate vor den Dreharbeiten zu "Only the Strong" damit aufgehört. Als ich "American Samurai" drehte, was ein Jahr vor "Only the Strong" war, nahm ich nur 3 Monate frei und ging dann zurück zur Arbeit. "Conan der Barbar" war eine gute Arbeit, da ich den jungen Conan spielte und einen Krieger. Daher war ich in der ganzen Show und spielte 2 verschiedene Rollen.

Das Gute daran, Jahr für Jahr die gleiche Show zu machen, war, dass es viel Disziplin bedarf. Als Schauspieler musst Du immer wieder neue Aspekte finden, um Dich zu motivieren und es noch spritzig darzubieten. Ich meine, während der Sommerzeit machte ich 7 oder 8 Shows pro Tag. Und bei einigen Gelegenheiten, wenn jemand gefragt hat, ob ich deren Schicht übernehme, machte ich 10 Shows pro Tag.

"American Samurai" war der erste Film an dem Du gearbeitet hast. Du hast es geschafft ,die Rolle des Hauptbösewichts zu bekommen. Ich habe eine interessante Geschichte über das Vorsprechen für diese Rolle gehört, bei der Du Dich mit James Lew’s Schwert verletzt hast. Wie war die Geschichte?

as7.jpg (11201 Byte)Es ist eine lustige Geschichte, da ich beim Vorsprechen das Schwert, das ich von James geliehen hatte, benutzte. Es war ein chinesisches Schwert, aber ich war es nicht gewohnt. In "American Samurai" sollte ich ein japanisches Schwert benutzen. Daher spielte ich mit dem japanischen Schwert hinter der Bühne etwas herum. Ich muss sagen, ich bin ein ziemlicher Neuling, wenn’s um die Benutzung von japanischen Schwertern geht.

Du musst gut gewesen sein, da Du die Rolle bekommen hast.

Ehrlich gesagt, ich habe die Handhabung mit dem japanischen Schwert während des Vorsprechens nur vorgetäuscht. Und sie haben mir gesagt, wer auch immer die Rolle bekommen würde, würde 4 Wochen vor den Dreharbeiten einen Crash-Kurs in Kendo und Laido bekommen. Ich sagte ihnen, wenn ich den Film machen sollte, möchte ich nicht respektlos gegenüber japanischen Kampfkünsten sein oder einen Narren aus mir machen. Daher sagte ich ihnen, dass ich ihnen zeigen würde, was ich mit dem Schwert machen kann, aber sie sollten verstehen, dass, sollte ich die Rolle bekommen, sie ordentliche Stunden für mich arrangieren müssten.

Also beim Vorsprechen spielte ich mit dem japanischen Schwert. Als ich dann das chinesische BROAD-Schwert, das ich schon jahrelang benutzte, nahm, fühlte es sich wirklich gut an. Aber James’ Schwert war etwas dünner und leichter als das, das ich gewohnt war. So oder so, ich dachte es ist super, da ich mich schneller bewegen könne. Da war ich nun, und wirbelte das Ding rum. Dann ganz zum Schluss machte ich die "Cat Stance Technik", bei der du die Hand auf die Rückseite des Schwertes legst und deinen Fuß nach vorne schiebst, stößt und in Pose stehst. Nun, ich machte das, aber schneller als gewöhnlich wegen der dünnen Klinge und schnitt in mein Handgelenk und durchtrennte meine Sehne. Ich wusste nicht, wie schwer ich verletzt war, da jetzt das Adrenalin pulsierte. Alles was ich wusste war, dass ich mich selbst geschnitten hatte. Am Schluss starrte jeder auf meine Hand und ich dachte, Wow, ich muss wohl gut gewesen sein. Dann sah ich, dass meine Hand völlig blutig war.

ots.jpg (11137 Byte)Das muss traumatisch gewesen sein. Ich meine, wenn man mitten im Vorsprechen ist und sich selbst schneidet.

Ja, das war es, und das Vorsprechen war noch nicht vorbei. Dann wollten sie, dass ich die körperlichen Sachen nochmals machte, damit jemand anders runter kommen konnte und es sich anschauen konnte. Sie fragten mich, ob ich ok war, und ich sagte ja, aber fragte nach einem Verband oder einem Tape, um die Wunde zu schließen. Sie brachten mir etwas Verbandmaterial und ich verband meine Hand. Ich wusste immer noch nicht, wie schwer ich verletzt war. Danach, wie ein Verrückter motiviert, ging ich in meinen Überschlagrückwärts auf der verletzten Hand.

Ich machte das Vorsprechen und Lesen fertig, und es lief gut. Dann ging ich und stieg in mein Auto und ließ einen entsetzlichen Schrei los. Ich spielte die ganze Zeit was vor, aber starb dann im Auto. Ich fuhr selbst ins Krankenhaus. Es stellte sich heraus, dass ich meine Sehne halbdurchtrennt hatte. Es bedarf 15 Stiche, die Hälfte davon innen, um die Sehne zusammenzuhalten und die andere Hälfte, um die Haut zusammenzunähen. Als ich zu Hause war, rief ich meine Managerin an und sagte ihr, dass ich verletzt sei, aber dass ich das Gefühl hatte, dass das Vorsprechen gut lief. Sie sagte ja, ich hätte die Rolle bekommen.

"American Samurai" ging sofort auf Video, während Dein nächster Film "Only the Strong" ins Kino kam.

Ja. Ich hatte Glück, die Möglichkeit zum Vorsprechen bei Sheldon Lettich, dem Regisseur von "Only the Strong", einem 20 Century Fox Film, bekommen zu haben.

In "Only the Strong" spielst Du jemanden, der Capoeira beherrscht. Ich war schon immer von Capoeira fasziniert. Ging Dein Interesse in die Kunst schon weit zurück, oder hast Du nur einige Bewegungen für den Film gelernt?

Ich weiß von Capoeira gut 14 oder 15 Jahre und war immer an der Kunst interessiert. Zwei gute Freunde von mir, Emmanual Bettencourt und Earl White, haben beide bei Sifu Bill Owens die Kunst studiert, der zusätzlich dazu, dass er ein Schüler meines Vaters war, mit Maestre Bira Almeida, Capoeira lernte. Ca. 3 Monate bevor ich überhaupt vom Vorsprechen von "Only the Strong" wußte, überredete mich Earl eine Stunde von Amen Santo in Capoeira zu besuchen. Mir hat es gefallen und ich habe mich für Stunden eingeschrieben. Es ist lustig, wie sich alles entwickelt hat. Einige wenige Monate später sprach ich vor und bekam die Rolle in einem Film, der Capoeira hervorhob.

Zurückblickend, wie vergleichst Du die Rollen in Deinen ersten Filmen miteinander. In dem einen spielst Du einen Bösen und in dem anderen einen Helden. Siehst Du eine philosophische Verbindung zwischen den Rollen in Bezug auf das, was beide Charaktere erreichen wollen?dd.jpg (9085 Byte)

Sicherlich. Weiß du, nach Kinjiro’s Meinung, war er kein schlechter Mann oder tat schlechte Dinge. Er versucht die Tradition zu erhalten. Und alles rührt von seinem Vater her, und seiner Kunst und seinem Respekt dafür. Sicher war er etwas eifersüchtig und ging zu weit, aber der Charakter hatte viel Leidenschaft und das konnte ich verstehen. Obwohl es nicht der beste Film ist, ist es einer meiner Lieblings-Charaktere.

Ich sehe auch eine Verbindung mit dem Charakter in "Only the Strong", da er die Tradition von Capoeira aufrecht erhielt, als er den bösen Capoeiristen bekämpfte und die Tradition seiner früheren Highschool aufrechterhalten wollte, in dem er den Kindern etwas zurückgibt und dafür kämpft, die Drogen herauszuhalten.

Und in den Kindern sieht er sich selbst wie er vor ein paar Jahren war. Ich habe eine Verbindung zu beiden Rollen, da ich meinen Vater liebe und Kampfkunst. Ich versuche meine Kampfkunst und meine Familientradition zu erhalten. Beide Charaktere kamen mir entgegen.

Eine Reihe ordentlicher Rollen folgte, bei denen Du mit einigen bekannten Schauspielern zusammenarbeitetest.

Ja, ich machte einen Film mit dem Namen "Roosters". Es war eine kleine Rolle, aber ich durfte mit Edward James Olmos, Maria Conchita Alonzo und anderen guten Schauspielern zusammen spielen. Es war ein Film über Familienwerte. Dann machte ich "Double Dragon" mit Alyssa Milano, Robert Patrick, Julie Nixon und anderen. In dem Film waren riesige Spezialeffekte.

Kürzlich sah ich einen Deiner neueren Filme, "Drive", auf HPO. Die Kampfchoreographie erinnerte an die der derzeitigen Hongkong Action Filme. Wolltest Du das versuchen?

Ja! Meine 3 Lieblings-Kampffilmstars waren immer Bruce Lee, Jackie Chan und Jet Li. Das einzige Mal, dass ich Kampfszenen wie ihre machen konnte, war in "Drive", wo ich mit Kadeem Hardison spielte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht diesen Film zu drehen. Es hat mir Spaß gemacht mit dem Choreographen Koichi Sakamoto zusammen zu arbeiten, und ich denke der Regisseur, Steve Wang, ist brilliant.

Das ist der erste Film, bei dem ich das Gefühl hatte, ich konnte meine Kampfkunstfähigkeiten richtig zeigen.

drive.jpg (160605 Byte)In "Drive", in der Szene vor dem Abschlusskampf, singst und tanzt Du im Night Club. Hat Dich diese Art der Unterhaltungsarbeit je angesprochen? Ist das eine Richtung, in die Du in der Zukunft gehen würdest?

Nein, obwohl meine ganze Familie immer musikalische Talente hatte. Mein Großvater väterlicherseits war ein Orchestervorstand auf Hawaii. Alle meine Tanten und Onkels tanzen entweder oder spielen ein Instrument oder beides. Mein Vater spielt Ukulele, Gitarre, singt und hatte einmal auch eine eigene Band. Meine leibliche Mutter, Moriko, war auch eine Sängerin. Ich nehme an, es liegt in meinem Blut, aber ich habe mich nie als Sänger oder Tänzer gesehen.

Die Szene in "Drive", in der ich singe und tanze war Steve Wangs Idee.

Eigentlich gibt es zwei Versionen des Films, einen Producer’s Cut und einen Director’s Cut. Mir gefällt der Producer’s Cut nicht. Sie haben die Action und die Lacher gelassen, aber die Hintergrundgeschichte herausgeschnitten. Du weißt nicht, warum die Charaktere das tun, was sie tun. Und sie nahmen einige dramatische Schlüsselszenen heraus.

Der Director’s Cut hat all diese Sachen drin und auch einen anderen Soundtrack.

Du hattest auch die Chance die Hauptrolle in der Filmversion der Comicserie "Crying Freeman" zu spielen. Ich denke der Charakter ist ausgezeichnet, um ihn zu spielen. Aber ich habe den Film in diesem Land noch nicht gesehen. Warum?

"Crying Freeman" wurde eigentlich vor "Drive" gemacht, aber in den USA noch nicht veröffentlicht. Im Oktober werden es 4 Jahre, seitdem ich den Film gemacht habe. Ich weiß nicht warum, da der Film im Ausland wirklich gut ankam. Ich weiß, dass sie zu einer Zeit 2 oder 3 Angebote auf dem Tisch hatten, um "Crying Freeman" in die Staaten zu bringen, aber die Produzenten lehnten ab.

Was sind Deine Lieblingsfilme?

Ohne Zweifel "Braveheart", "Roman Holiday" und "Apocalypse Now". Aber von den Filmen, an denen ich gearbeitet habe sind "Drive", "Crying Freeman" und "Boogie Boy" meine Favoriten.

"Boogie Boy". Das ist ein interessanter Name. Worum geht es in dem Film?

Ich habe "Boogie Boy" letztes Jahr gedreht und spielte mit Emily Lloyd, Jaimz Woolvett, der das Kind in "Unforgiven" spielte, Frederick Forest von "Apocalypse Now", Tracy Loards und Rockstar Joan Jett. Es ist die Geschichte über einen Mann, der den größten Teil seines Lebens im Gefängnis verbrachte, herauskommt und Schlagzeuger werden will; aber erst eine Vergangenheit hinter sich lassen muss, um ein neues Leben für sich anzufangen.

Das hört sich nach einem gradlinigen Actionfilm an, den Du anstrebst. Können sich Deine Fans auf Actionszenen freuen?

Es gibt einen kurzen Kampf in der Mitte und einen am Ende wo James Lew und ich eine ordentliche Schlägerei haben. Außerdem ist es kein Actionfilm, er schaut nur so aus, da das Tempo des Films sehr schnell ist. Es ist eher ein Arthouse Film und wird momentan auf Festivals gezeigt. bb.jpg (25925 Byte)

So nach all den Jahren, in denen Du nicht wusstest, was Dein nächster Film sein wird und wohin Deine Karriere geht, bekommst Du ein besonderes Bonbon. Du spielst die Hauptrolle in der brandneuen TV Serie "The Crow", die auf der bekannten Comicbuchserie und dem Kinofilm basiert.

Danke. Ich bin aufgeregt und geehrt die Rolle zu spielen, die der verstorbene Brandon Lee auf die große Leinwand gebracht hat. Ich habe Gitarrenstunden genommen, Gesangsstunden, Schauspielstunden und meinen Kampfsport. Ich mache all das in der Serie. Meine Frau und ich sind nach Vancouver gezogen, wo wir die nächsten 9 Monate sein werden, während ich 22 Folgen drehe. Die Serie wird im Oktober ausgestrahlt.

Hast Du einen Filmvertrag als Nachfolge zu "The Crow" unterschrieben oder wirst Du die Serie noch ein weiteres Jahr drehen?

Nein, ich lasse die Optionen offen. Wir werden sehen, wie es läuft. Mein Manager und ich sind uns einige, dass wir, außer das Projekt ist wirklich spektakulär, wir uns die Zeit freihalten. Nach 9 Monaten Arbeit möchte man eine Pause machen und es ist es nicht wert, Zeit mit der Familie für etwas mittelmäßiges zu opfern. Also werden wir sehen, wie die Serie läuft und dann einen Schritt nach dem anderen machen.

 

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