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Flaunt Januar 2002
von Jessica Hundley

übersetzt aus dem Englischen: von M. Köhler


 

Wenn man vor 20 Jahren den jungen Mark Dacascos gefragt hätte, was er werden möchte, wenn er erwachsen ist, hätte man eine Antwort bekommen, die genau dem einem Kind angeborenen Sinn für menschliche Irrtümer entspricht.

„Die Wahrheit ist, ich wollte ein Mönch werden“, gibt Dacascos zu. „Wenn ich sah, wie die Erwachsenen lebten, sah es so aus, dass entweder Geld oder Sex das Leben der Menschen verpfuschte, daher wollte ich mich mit etwas beschäftigen, das beide dieser Dinge vermied.“

Die Ironie dabei ist, dass Dacascos, jetzt 29 (eigentlich 37!! Anmerkung des Übersetzers!!!), ein Kampfkunstexperte mit einem Körper nach dem man sich sehnt und mit der Art Aussehen, die mehr als nur erotisch ist und in weit verführerische Richtung geht (er ist eine Mischung aus Japaner, Chinese, Philipino, Spanier und Ire), seine Kindheitsträume für das Leben eines ..... „Schauspielers“ aufgegeben hat.

„Das lustige dabei ist, dass Schauspielen natürlich viel mit beidem, Geld und Sex, zu tun hat!“ lacht Dacascos. „Also geht das Leben seinen eigenen Weg!“.  Von dem Regisseur Wayne Wang entdeckt, während er sich in Chinatown von San Francisco um seine eigenen Angelegenheiten kümmerte, ging der damals 19 Jahre alte Dacascos zu einem Vorsprechtermin und gewann unerwartet die Rolle von Joan Chen’s Freund in Wang’s erstem Film in den USA, „DIM SUM“.

 „Mein erster Tag auf einem Set, sogar der erste Tag vor einer Kamera, plötzlich tauschte ich Zärtlichkeiten mit Joan Chen aus“, staunt er. „Es macht mir nicht einmal etwas aus, dass ich auf dem Schnittbrett endete“. Mit diesem vielversprechenden Anfang begann Dacascos seine neu entdeckte Leidenschaft für die Schauspielerei und sein jahrelanges Training in Kampfkunst (beide seiner Eltern sind Lehrer und internationale Meister) gut in schnellen Actionfilmen und der Fernsehserie „The Crow: Stairway to Heaven“ einzusetzen.

Für jemanden, der in die Schauspielerei hineingestolpert ist auf dem Weg in ein buddhistisches Kloster, scheint Dacascos überraschend zufrieden mit dem Lauf, den das Schicksal (oder Wayne Wang oder beide) für ihn gewählt hat.

„Ich bin ein so glücklicher Mensch!“ sagt Dacascos. „Ich bestreite mein Leben mit etwas, für das ich so eine Leidenschaft habe! Ich bin froh, dass ich unterhalten oder inspirieren oder jemanden zum Nachdenken bringen kann. Ich habe so ein Glück. Ich komme aus einer armen Familie auf Hawaii. Ich meine, was mache ich auf einer Pressetour in Europa? Ich wache jeden Morgen auf und kann nur lachen. Das ist kein schlechtes Leben für einen Jungen vom Land.“

Momentan spielt er in dem französischen Kinospektakel „Der Pakt der Wölfe“; Dacascos stellt einen fast stummen Mohikaner dar, der seinem französischen Botanikerfreund bei der Untersuchung in einem Mordfall unterstützt. Ein Wolf (oder ein Wolf im Schafspelz?) durchstreift das französische Land, wobei er die Dorfbewohner erschreckt und verlockende arme Bauernmädchen zum Frühstück verschlingt.

Als Thriller, Horror, Kampfkunstaction, Kostümdrama, ist „Der Pakt der Wölfe“ ein andauernder Augenschmaus, ein Bombardement aus saftigen Weiden, wogenden Busen, bepuderten Perücken und viel Hongkong Style Action.

 Obwohl Dacascos’ Charakter kaum spricht (die meisten Gefühle werden durch Karateschläge oder sehnsüchtige Blicke ausgedrückt) stielt sein unbestechlicher Charme (ohne seine schön geformte Brust zu erwähnen) die Show.

 „Jetzt ist es an der Zeit weiterzugehen“, sagt der junge Schauspieler mit seiner 10jährigen Karriere in Actionfilmen. „Ich habe das Gefühl, dass ich als Mensch und als Künstler gewachsen bin. Zumindest hoffe ich, dass ich das bin. Die Herausforderung für mich ist nun ein anderes Stück zu finden – das, sollte es Action enthalten – etwas Herz und Seele hat, so dass ich wirklich einen Charakter zum Leben erwecken kann. Und wenn ich das nicht finden kann, werde ich für Rollen vorsprechen und beweisen, dass ich mehr als nur Schlagen und Treten kann. Ich glaube, wenn man an sich selbst glaubt, kann man schließlich dorthin kommen.

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