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Interview von der französischen DVD
von "Drive" 2000

Interview von DVD übertragen
und übersetzt aus dem Englischen: von M. Köhler


bild1.jpg (42718 Byte)Ich habe nicht ernsthaft in Erwägung gezogen Schauspieler zu werden. Ich habe mein ganzes Leben Kampfsport trainiert. Mein Vater und meine Mutter waren beide Kung Fu Lehrer. Wir sind durch ganz Europa und USA gereist um Vorführungen zu machen. Ich hatte daher immer Spaß daran gehabt andere zu unterhalten, aber ich habe nicht ans Schauspielen als Beruf gedacht. Ich wollte immer Schriftsteller werden.

Nichts desto trotz, waren Jackie Chan, Jet Li und Bruce Lee meine Vorbilder, als ich ein Teenager war. Ich sah das erste Mal einen Bruce Lee Film, da war ich wohl 9 oder 10 Jahre alt. Ich komme aus Hawaii und wuchs in Colorado auf. Anders gesagt, von 6 bis ca. 10 Jahre lebte ich in Colorado. Ibildidol.jpg (52130 Byte)n meiner Schule waren keine Hawaiianer. Keiner sah aus wie ich, ich sah nicht aus.... Ich war anders. Im Fernsehen sah man nur Europäer oder Amerikaner europäischer Herkunft als Helden, keine Asiaten. Als ich Bruce Lee das erste Mal sah, dachte ich wow, Leute wie wir, wir können etwas erreichen. Sonst sah ich nur meinen Vater als Asiaten Kampfsport treiben. Das war ein sehr einschneidendes Erlebnis in meinem Leben und seither war Bruce Lee immer eine große Inspiration für mich. Selbst heute noch, wenn ich Sport treibe , ich habe ein Laufband im Wohnzimmer , und wenn ich nicht so motiviert bin, lege ich einen Bruce Lee oder Jackie Chan Film ein, gehe auf mein Laufband und trainiere. Die Jungs tun es immer noch für mich.

 

Action, Komödie, Sci-Fi, Halbromantik, Hongkong Stil  Film, so definiere ich "Drive."

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Es gibt 2 Versionen von "Drive". Den Producer’s Cut und den Director’s Cut. Ich bevorzuge den Director’s Cut, da er die ganze Hintergrundgeschichte enthält und darstellt, was die Geschichte ursprünglich vermitteln wollte. Eigentlich traf ich mit Steve zusammen, um einen anderen Film zu machen. Wir wollten das japanische Comic-Buch und Zeichentrickfilm "Fist of the North Star" neuverfilmen. Was passierte, war, dass während der Vorbereitungen zu diesem Film das andere Skript von Scott Phillips "Drive" rein kam und Steve es liebte. Und aus welchen Gründen auch immer, konnte er die Finanzierung für diesen Film schneller bekommen als für "Fist of the North Star". Er fragte mich, ob ich es lesen würde. Ich las es, es gefiel mir. Er fand Kadeem Hardison und Kadeem gefiel die Rolle von Malik Brody, so kamen die wichtigsten Faktoren zusammen, und wir haben den Film gedreht.

 

Ich bin froh, dass "Drive" jetzt in Frankreich auf dem Markt ist, da ich wirklich zufrieden bin, was aus dem Film geworden ist. Wir hatten einen sehr engen Zeitplan. Wir haben den ganzen Film in 6 ½ Wochen gedreht. Und sowie Action und Dialog in 6 ½-Wochen zu drehen ist fast nicht möglich. Jedoch, denke ich, wir , Kadeem, Steve Wang unser Regisseur, Koichi Sakamoto, der Kampfchoreograph und ich , fühlten nach dem ersten Drehtag, dass wir da etwas besonderes machten. Die Chemie stimmte, die Crew und alles andere funktionierte. Das kommt nicht so oft vor. Zumindest nicht in meiner Erfahrung. Ich habe bei vielen Filmen mitgearbeitet, bei denen ich viel Spaß hatte, jedoch nicht bei vielen, bei denen die Zusammenarbeit gut war, war das Ergebnis auf der Leinwand gut. Der Film war besonders, denke ich, da die Chemie zwischen den Leuten stimmte und wegen der Überstunden, die wir hineingesteckt haben. Ein normaler Arbeitstag sind 12 bis 14 Stunden. Wir drehten die ersten 12 bis 14 Stunden Dialog und dann, da wir so viel Action hatten, kam eine zweite Unit nach unseren Dreharbeiten. So drehten wir von 7 bis 19 Uhr Dialog und von 19 Uhr bis 7 Uhr Action.  Es gab Tage, an denen unser Regisseur, Steve Wang, durcharbeitete, ich schlief am Set, da wir die Action drehen wollten. Und wenn wir es nicht so gemacht hätten, hätten wir keine extra Woche mehr bekommen. Wir hatten dafür nicht das Budget. Mach es jetzt , oder lass es sein. Es war eine super Zeit. Ich kann mich daran erinnern, dass ich bei dem Film nie geschlafen habe. Ich meine es gab Tage, da bin ich nicht einmal nach Hause gefahren. Ich habe mich zum Ausruhen nur im Wohnwagen oder auf die Matten gelegt, da die Dreharbeiten kontinuierlich weiter gingen. Selbst am Sonntag, wenn wir nicht einmal arbeiten sollten. Steve rief mich Samstag Abend an und sagte, wir hätten einige Dreharbeiten morgen und ob .... ich sagte ja, lass es uns machen. So ging ich an meinem freien Tag hin und arbeitete, machte Überstunden mit Steve und den Stuntleuten.

 

In einigen Szenen sieht man, dass ich mit dem gesamten Gesicht in eine Richtung schauen sollte, aber ich schaue nur so (siehe Bild) bandage.jpg (62978 Byte) hin, das war weil ich auf dieser Seite 4 Stiche hatte und bandagiert war. Und mein Auge sah aus wie Popeye. In einigen Aufnahmen kann man es sehen. Das kommt daher, dass ich in der Szene, in der ich all die Jungs mit den elektischen Stöcken bekämpfe, einem an die Hand gestoßen bin und der Stock ihm aus der Hand gefallen war. Wie ich schon sagte, wir hatten kein großes Budget, daher waren die Stöcke aus hartem Holz. flying.jpg (59474 Byte)Und das Ding flog auf mich zu, ich beobachtete den Flug und dann machte es tunk und ich dachte ok, und dann tropfte Blut aus meinem Auge. Das war echt. Jeden Tag ging ich mit Schnittwunden und blauen Flecken nach Hause, Hongkong Stil ist ziemlich hart und unser Regisseur, Steve Wang, wollte die erste amerikanische Produktion von Hongkong Stil Action machen, zu Ehren von Bruce Lee, Jackie Chan und Jet Li, da er die Jungs auch liebt. Das wollten wir machen.

Vor den Dreharbeiten sagte Steve Wang, ich will nicht dass ihr eure  Schläge zurückhaltet. Wenn du einen Kontakt machen sollst, verletzte ihn nicht, aber schlag zu. Ich will, dass ihr Kontakt macht. Ich möchte, dass du ihn schlägst, schlag hart zu. Das einzige Problem daran war nur, dass er nicht nur meinte, dass ich sie treffen sollte, sondern auch sie mich. Wenn man die Schläge und Tritte sieht, haben wir sie gefühlt. Einer der Stuntleute war ein japanischer Meister. Er zertrümmert Baseballschläger mit seinem Schienbein. Und ich dachte, ich soll gegen dich kämpfen? Oh, nein. Doch es war toll, wir wollten einen guten Film machen, wir haben Überstunde investiert, wir haben die Schmerzen ertragen und hatten keinen Schlaf, um "Drive" zu drehen, und ich glaube es ist gut geworden.

 

In der Karaoke Bar, sollte ich ursprünglich nur 2 Zeilen des Liedes singen. Doch folgendes passierte: Steve sagte mir, dass wir die Szene in einigen Tagen drehen werden, und ich sollte meinen Text für den Song zusammenstellen und dann ins Studio gehen und ihn aufnehmen. Ich bin kein Sänger, und ich habe nie in einem Studio etwas aufgenommen. Ich zitterte  und dachte, die Rolle verlangt es, da mußt du durch. Ich hörte die Melodie und wir wollten den Song "want you come home Bill Bailey" machen. move.jpg (66647 Byte)Aber da meine Rolle Toby Wong ist und ich über Malik Brody spreche, dachte ich, ich schreibe den Text neu. Also schrieb ich den Text neu, und ging ins Studio. Ich hatte wirklich Spaß daran und nahm das ganze Lied auf. Steve hörte es am nächsten Tag, und es gefiel ihm. Und plötzlich wurden aus 2 Zeilen das ganze Lied. Ich war verlegen, ich wollte nicht vor der ganzen Cast und Crew singen. Es war trotzdem eine tolle Zeit. Ich möchte nur sicher gehen, dass Steve Wang die Anerkennung für die Choreographie bekommt. Denn wenn man mich witzige Bewegungen und Dinge wie das  machen sieht, bin das nicht ich, das ist Steve Wang.

 

Ich möchte das Leben genießen und nicht nur arbeiten. Früher arbeitete ich nur. Aber jetzt möchte ich nicht mehr nur arbeiten, ich möchte arbeiten und surfen und eine gute Zeit haben und das Leben genießen. Als Schauspieler ist es wichtig, ein Privatleben zu haben. Denn, wenn man kein Leben hat, wie will man dann Lebenserfahrung in den Rollen darstellen. Ich habe einige Zeit gebraucht, um das zu erkennen. Einige Zeit arbeitete ich nur. Ich drehte einen Film in Amerika, am nächsten Tag flog ich nach Afrika, als ich von Afrika zurück kam, drehte ich eine Episode von "Tales of the Crypt". Eine Woche später flog ich nach Kanada um "Crying Freeman" zu drehen. Und das war in Ordnung zu der Zeit, da ich so war (Bild)force.jpg (57812 Byte). Und ich bin immer noch so , aber als Schauspieler weiß ich, dass ich neue Energie sammeln muß, mich wieder aufladen muß, denn wie soll ich in die Rollen Lebenserfahrung und Gefühle einbringen, wenn ich keine Lebenserfahrung habe. Ich bin jetzt an diesem Punkt angelangt. Als Schauspieler nehme ich immer noch Schauspielunterricht. Ich kann es nicht ertragen, wenn ich nicht voll dabei bin und in einer Szene nicht gut bin. Das ist ein schlechtes Gefühl, das mag ich nicht. Daher würde ich lieber 2, 3, 4, 5 Monate auf das richtige Projekt warten und dann alles dafür geben, anstatt nur um der Arbeit willen zu arbeiten. Ich habe jetzt genug Erfahrung, um zu wissen, was ich heute machen kann und was ich in der Zukunft machen möchte. Ich wachse als Schauspieler und als Mensch und ich denke das alles kommt zusammen.

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