Black Belt Magazin, Januar 1995
"Double Dragon" Star Mark Dacascos hat eine Verabredung mit dem Erfolg
Interview von Sandra E. Kessler
übersetzt aus dem Englischen: von M. Köhler
Mark
Dacascos, Kampfsportler und Schauspieler hat viele Gesichter. In seiner heranwachsenden
Filmkarriere hat der Adonis mit den verträumten Augen eine Vielzahl von unterschiedlichen
Rollen gespielt, von einem Latinolover/Autodieb über einen Philipinischen Rächer zu
einem Japanischen Samurai. In der Vergangenheit hinderte ihn sein unbestimmbares Aussehen,
man sagte Dacascos, dass er zu ethnisch für kaukasische Rollen aussah, und zu weiß für
asiatische. Jedoch beginnt dieser 30 jährige Schauspieler von japanisch, chinesisch,
philipinisch, irisch und spanischer Abstammung sein einzigartiges Aussehen zu nutzen, um
viele verschiedene Persönlichkeiten zu erforschen.
"Es ist für die Zuschauer schwer mich zu verfolgen, da ich nicht weiß, ob sie mich in der Hälfte der Zeit wiedererkennen" sagt Dacascos. " Aber ich bin Schauspieler. Und für mich ist es toll, da ich Erwachsene und Kinder, Gute oder Böse spielen kann. Ich versuche mein Aussehen jedesmal zu verändern, und das macht Spaß."
Dacascos, der in der Vergangenheit auch gemodellt hat, hat mit dem Schauspilen mit der Rolle von Conan dem Barbar in den Universal Studio Shows in Universal City, Kalifornien, begonnen. Er gibt an, dass er durch die Rolle eine enorme Disziplin gelernt hat, da er laufend neue Anläufe gegen die Routine machen mußte, da er 20 mal pro Woche, 5 Jahre lang spielte. " Es war das perfekte Training" sagt Dacascos, der freie Künste auf dem Valley College in Van Nuys, Kalifornien und Chinesiche und Drama an der Portland State Universität studierte. "Ich trat 4 bis 5 mal pro Tag vor tausenden von Leute auf, es hat viel Spaß gemacht, war aber eine grausame Arbeit".
Die Rolle des Conan führte zu eine Reihe von
Fernsehrollen, inkl. einer 10 monatigen Gastrolle als asiatisches Bandenmitglied in
"General Hospital", ansonsten hat Dacascos inzwischen in 6 Filmen mitgespielt:
Dim Sum, American Samurai,
Roosters, Dragstrip Girl (dt.
Wild at love) Only the Strong
und die jüngste Veröffentlichung Double Dragon. In dem
1993 veröffentlichten Film Only the Strong spielt Dacascos einen Ex-Offizier einer
Spezialeinheit, der versucht eine rebellische Gruppe von Highschoolschülern zu
reformieren, in dem er ihnen Capoeira, einen rythmischen, tänzerischen,
afro-braziliansichen Kampfsport beibringt. Durch seine Erfahrung in Gymnastik konnte
Dacascos sich leicht an Capoeira anpassen, das Handstände, Radschlagen und Flips
enthält, die dazu benutzt werden Fußschläge vorzubereiten und Attacken der Gegner zu
entgehen.
Dacascos, der all seine Stunts in dem Film selbst gemacht hat, hat nur 2 Monate vor den Dreharbeiten angefangen Capoeira zu lernen. Trotz seines ausgeprägten Hintergrund durch Kajukenbo und Wun Hop Kuen Do die Kampftechnik, die sein bekannter Vater Al Dacascos unterrichtet war der junge Dacascos von Capoeira und seinem Lehrer Amen Santo so begeistert, dass er weiter trainierte, als der Film schon abgeschlossen war. Obwohl die Zuschauer nicht immer den Unterschied erkennen können, glaubt Dacascos, dass Schauspieler ihre eigenen Stunts machen sollten, wenn immer es möglich ist, und er ist stolz auf die harte Arbeit, die er in das Erlernen von Capoeira gesteckt hat.
"Soweit es die Sprünge von den Autos herunter, die "Butterfly twists" und alles andere in dem Film betrifft, war alles ich", sagt Dacascos. "Mein Lehrer, Amen, hat mich schwer vor den Dreharbeiten rangenommen. Ich hatte blutige Zehen, ich hatte jeden Tag Verletzungen. Ich habe schwer dafür gearbeitet und daher möchte ich auch, dass die Leute wissen, das ich das war."
I
n seinem neuesten Film "Double Dragon"
spielen Dacascos und Co-Star Scott Wolf Teenager Brüder, die gezwungen werden den Kampf
gegen einen machtgierigen Bösewicht und umherstreifende Gängsterbanden in einem
anarchischen, von Erdbeben verwüsteten Los Angeles im Jahr 2007 aufzunehmen. Der Film ist
für junge Erwachsene gedacht, und erforscht auf seichtweise und mit komischen Aspekte wie
die Jugend in einer nicht mehr funktionierenden Welt überleben. "Es ist ein Film
für Kinder, dennoch beschäftigen wir uns mit Dingen, die in Los Angeles allgegenwärtig
sind, Gangs, Umweltverschmutzung, die Umwelt und natürlich Erdbeben." Dacascos
erzählt " es ist nur eine andere Art zu sehen, wie das Leben sein könnte, wenn wir
es nicht in die eigenen Hände nehmen".
Double Dragon basiert auf dem bekannten Arcade Spiel; es spielen auch noch Robert Patrick, Alyssan Milano und Julia Nickson mit, außerdem hat es eine spannende Kampfsportaufmachung erhalten.
Dacascos gibt zu, dass seine früheren Rollen ihm zuflogen, aber dass er für seine weitere Karriere kontinuierlich arbeiten muß. "Ich nehme jede Woche Schauspielunterricht und trainiere immer noch meinen Kampfsport", sagt er. "Man kann nicht dasitzen und darauf warten, dass jemand einem anruft. Es sind zu viele Leute da, die genauso begabt sind wie Du." Dacascos schreibt einige seiner Durchbrüche als Schauspieler seinen Kampfsportfähigkeiten zu, sagt aber gleichzeitig, dass Kampfsportler den Ruf haben unerfahrene Schauspieler zu sein, daher hat er bei früheren Vorsprechterminen nie seine Ausbildung erwähnt, aus Angst, als ein "möchte gern" Schauspieler eingestuft zu werden. "Ich möchte ein Schauspieler und ein Kampfsportler sein, nicht ein Kampfsportschauspieler" gibt Dacascos an. "Sicherlich ist Kampfsport nichts Schlechtes, ich schreibe ihm zu, dass ich meinen Kopf klar behalte und mein Herz. Aber idealerweise würde ich gerne beides tun, zusammen oder getrennt." In einer Industrie, die "Vorsprechen" als "Viehtreiben" bezeichnet, kann ein grünschnabel Schauspieler leicht verloren gehen oder frustriert werden. Dacascos arbeite weiter, immer auf sein Ziel konzentriert, selbst wenn er eine Rolle nicht bekommt.
In
der Filmindustrie ist manchmal nur ein schmaler Pfad zwischen Realität und Illusion, was
Dacascos kürzlich, während der Dreharbeiten zu "Wild at love" feststellte.
"Ich kam eines Nachts spät von den Dreharbeiten nach Hause", erinnert sich
Dacascos. "Ich hatte mein Sonnendach offen und hatte Rockn Roll Musik an. Der
Film spielt in den 50ern, und ich spiele eine Art West-Side-Story Rolel und hatte dieses
Schmetterlingsgefühl im Bauch, so nach dem Motto wow, das ist großartig, ich bin
verliebt. Ich mußte mich bremsen und mich wieder fangen. Hopala, das bist nicht Du
Mark, das ist (meine Rolle) Johnny. Es ist wirklich beängstigend, wenn man sich bei
so etwas ertappt."
Dacascos, der den 3. schwarzen Gürtel in Wun Hop Kuen Do inne hat, hat mit 4 Jahren (in Wirklichkeit mit 7 Jahren)mit dem Kampfsporttraining begonnen. Wun Hop Kuen do ist ein Ableger von Kajukenbo, das von Dacascos Vater, einem Mitglied des "Black Belt Hall of Fame" gegründet wurde.
Der junge Dacascos gewann seinen ersten internationalen Kampftitel mit 9 Jahren und hat bis zu seinem 18. Lebensjahr in Wettkämpfen in ganz Europa teilgenommen. "Es war nicht leicht der Sohn von zwei bekannten Kampfsportlern zu sein beide, sein Vater und seine Mutter sind weltklasse Kampfsportler", sagt Mark, und er hat Auszeiten vom Kampfsport gebraucht. "Ich habe einfach das Interesse daran verloren", erinnert er sich. "Ich habe erst vor 6 Monaten verstanden, dass er schwer für mich war, meinen Vater als Lehrer zu haben".
Während seiner Unterbrechungen vom Kampfsport machte Dacascos Kraftsporttraining und bestritt Wettstreite mit dem Gymnastik Team des Valley Collegs und lernte von Santo Capoeira. Seit letztem Januar studiert Dacascos Kung Fu mit Jiang Hao Quan, der wushu, nördliches Chinesisches Shaolin, Chin na und shuai chiao unterrichtet.
acascos
gibt an, dass Kampfsport immer ein Teil seines Lebens sein wird, ob es Teil seiner
Schauspielkarriere ist, oder nicht. Er sagt, dass er einfach von der Fülle an Wissen, das
Kampfsport vermitteln kann, begeistert ist. "Ich bin 30 und habe mein ganzes Leben
Kampfsport gesehen. Aber jedesmal wenn ich mich um schaue, sehe ich jemanden etwas anderes
vorführen oder einen anderen Stil, es ist eine Erinnerung an mich, dass ich 1000 Jarhe
alt werden kann und nicht alles lernen oder sehen kann, was es da draußen wirklich
gibt", wundert sich Dacascos. "Als ich American Samurai" gedreht habe, war
es das erste mal, dass ich japanischen Schwertkampf praktizierte, und ich dachte es ist
super. Dann habe ich etwas Capoeira gelernt und ich dacht das ist toll. Und jetzt lerne
ich von diesem neuen Kung Fu Lehrer, und es gibt mehr als 300 verschiedene Kung Fu
Stilrichtungen und ich dachte mir wie kann jemand sagen welcher Stil der beste ist?
Sie sind alle fantastisch!"
Auf Hawaii geboren, lebte Dacascos in Hamburg, Deutschland, während seiner Teenager Zeit. Obwohl er eine schwere Zeit hatte, sich an die Sprache, das Essen und die Mentalität der Leute anzupassen, schätzt er den Wert seiner Ausbildung, der er erhalten hat und spricht jetzt fließend Deutsch. Der Umzug verfestigte sein Interesse für Kampfsport. "Es gab keinen wirklichen Sportunterricht", erinnert er sich. "Es war sehr akademisch, was eine gute Sache ist, die ich heute wirklich schätze. Aber damals dachte ich nur, es wäre fürchterlich. Der einzige Ort, an dem ich mich sicher und in Frieden fühlte, war in der Kampfsportschule meiner Mutter und meines Vaters".
Da er der Sohn zweier prominenter Kampfsportler war, fühlte sich Dacascos unter Druck, gut in den Kämpfen abzuschneiden, und er gibt an, dass seine Gegner mehr darauf aus waren ihn zu besiegen, wegen dem wer er war. "Da ich Dacascos hieß, wollten sie mich umbringen", bemerkt er. " Aber es hat Spaß gemacht.".
Dacascos
hat den Wettkampf seit fast 8 Jahren aufgegeben, aber hat noch einmal in Deutschland
gekämpft, als er vor 3 Jahren zu einem Wettkampf seines Vaters herüberflog. "Ganz
offensichtlich hat jemand der Presse gesteckt, dass ich da sein werde und kämpfen
werde" erinnert er sich. " Daher dachte ich, was solls, ich kämpfe." Er
flog einen Tag vor dem Kampf von Los Angeles nach Deutschland und hat die Nacht nicht viel
geschlafen. "Ich hatte am nächsten Tag 5 Kämpfe und habs bis ins Finale
geschafft". sagt Dacascos. "Ich mußte zumindest gut sein, ich konnte für
meinen Vater und für mich das Gesicht nicht verlieren. Nach der offiziellen Zeit stand es
3 gegen 3 und wir mußten in die Verlängerung gehen. Beide machten wir einen Punkt in der
Verlängerung und waren auf ein schnelles Ende in der Verlängerung aus, wenn derjenige
gewinnt, der den nächsten Punkt macht. Meine Füße waren müde, meine Hände waren
wirklich müde und ich dachte Weißt Du was, Du warst ok. Es ist egal was jetzt
passiert. Und einfach so, boom, verlor ich. Es zeigt wirklich, dass der Geist über
den Körper siegt. Ich gab im Kopf auf und wurde 2. Aber ich dachte, es ist nicht
schlecht, für jemanden, der überhaupt nicht trainiert hat."